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Historische Bau- und Handwerkskunst – Erdställe und Mühlsteine aus Sandstein

Geführte Halbtages-Tour
Erdstall / ©Miglbauer
Perg am Übergang vom weiten Machland an der Donau zum hügeligen Mühlviertel steht auf besonde-ren Grundfesten: Granit im ansteigenden Norden und Sandstein im Süden. Letzterer wurde um unge-fähr 1000 n. Chr. genutzt für den Bau des heute größten, gefahrlos begehbaren Erdstalls im Mühlvier-tel, der „Ratgöblucke“. Welche Funktion diese Erdställe einst einnahmen, ob Kult- oder Zufluchtsstätte, dazu gehen die Meinungen auseinander. Mit einer Gesamtlänge von 106 Metern, acht Kammern sowie zwei Sitz- und 19 Lichtnischen ist diese „Unterwelt“ allemal, insbesondere für Kinder, ein Erlebnis. Jahrhunderte später diente der Perger Sandstein der Herstellung von Mühlsteinen, die in ganz Mitteleuropa begehrt waren. 1391 als "Perger Stainprecher" erstmals erwähnt in einem Ratsprotokoll der Stadt Freistadt umfasst die Zunft der Mühlsteinbrechemeister in ihrer Blütezeit im 18. Jahrhundert 30 bis 40 Bürger von Perg samt ihren Gehilfen, sie bestand bis 1859. Unter den sieben Zünften Pergs nahmen die Mühlsteinhauer den ersten Rang ein. Der Perger Mühlstein war ein überaus geschätzter Exportartikel, die Absatzmärkte erstreckten sich über die Kronländer der Monarchie hinaus bis nach Preußen und Russland. Über 2000 Mühlsteine pro Jahr verließen damals Perg, zumeist auf dem Wasserweg, auf der Donau. Einblicke in dieses besondere Handwerk tun sich beim Besuch des Scherer-Mühlsteinbruchs (Freilichtanlage) und des Steinbrecherhauses auf.

Ablauf:
  • Start der Kulturtour beim Brunnen am Hauptplatz (1; 0,0 km) am Rathaus vorbei ansteigend in die Mühlsteinstraße und in den Stephanienhain

  • Gang durch den Erdstall Rathgöbluck’n (2; Kinderspielplatz, 0,3 km)

  • wieder zurück in die Mühlsteinstraße

  • weiter leicht ansteigend zum Mühlsteinbruch „Scherer“ (3; 1,0 km)

  • danach Besuch des Steinbrecherhauses (4,0; 1,1 km)

  • Abschluss der Erdstall- und Mühlsteintour im berühmten „Mannerkeller“ (5; Mostausschank und Weinverkostung möglich, 1,7 km) • Rückkehr zum Ausgangspunkt.


Dauer:
Ca. 3 Stunden, mit ausreichend Zeit zum Verweilen und Einkehr im „Mannerkeller“. Eignung: Straßenschuhe;

Mindestteilnehmerzahl:
ab 6 Personen; Preise pro Person: € 4,50 (ohne Weinverkostung), begleitete Weinverkostung inkl. kleines Brötchenbuffet ab € 9,50 Erwachsene, Most- und Topfenbrote beim Steinbrecherhaus auf Anfrage; Mittagsmenü oder Kaffeejause im Cafe Kern (mit Machlandtorte!) auf Anfrage; Kinder: keine Weinverkostung! – für Familien die Mostvariante – für Kinder eben mit Süßmost; Anmeldung: erforderlich;

Eignung:
Barrierefrei: nein; Kinder: ja, Kinderspielplatz; Allwetterprogramm: eher ja;

Anreise/Heimreise:
Bahn: ÖBB-Fahrplanauskunft

Pkw: Routenplaner

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Mühlsteinbrecher-Werkzeug/©Schneider
Stube im Steinbrecherhaus/©Schneider
Ausstellungsraum/©Schneider
Mühlsteinbrecher-Werkzeug / ©Schneider
Erdstall / ©Miglbauer


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